Deutschland gilt seit April 2008 als tollwutfrei. Davor war diese Krankheit hauptsächlich bei Füchsen aufgetreten. Der letzte bekannte Wildtollwutfall war in Deutschland 2003. Damit dies aber auch so bleibt, müssen Haustiere gegen die Tollwutkrankheit geimpft werden. Außerdem gelten in Ländern außerhalb der EU verschiedene Bestimmungen zum Einführen von Haustieren. Unabhängig vom Seuchengeschehen wurde der letzte Fall, jedoch bei einer Fledermaus im Jahr 2010.
Tollwutimpfung als Schutz
Bei Haustieren ist eine Impfung zum Schutz vor einer Tollwutinfektion empfehlenswert. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass diese Impfung noch nicht sofort vor einer Ansteckung schützt. Frühestens 21 Tage nach der Grundimmunisierung ist das Tier bei Berührung mit dem Tollwuterreger ausreichend geschützt. Außerdem muss die Impfung zum Erhalt des Impfschutzes regelmäßig aufgefrischt werden. Die Schutzimpfung schützt sowohl Mensch wie auch Tier. Tollwut ist eine tödliche Virusinfektion, welche auch auf den Menschen übertragbar ist. Sie wird nicht nur von Füchsen übertragen, sondern auch von anderen Wild- und Haustieren. Infizierte Haustiere können wiederum eine gefährliche Ansteckungsquelle für Menschen oder Tiere sein. Die Ansteckung erfolgt über einen Biss des mit Tollwut infizierten Tieres, aber auch über kleine Hautverletzungen. Es dringt virushaltiger Speichel in den Körper ein und der Virus setzt sich im Gehirn fest. Danach beginnen die Tollwut-typischen Symptome wie etwa Unruhe, Schreckhaftigkeit, Verhaltensstörungen, Scheu, Speichelfluss oder heiseres Bellen. So kann es bei einem infizierten Tier, aufgrund der Beißwut selbst zu einem Angriff auf sonst vertraute Personen kommen. Die ersten Anzeichen treten bei einem Hund meist nach 20 bis 60 Tagen nach Infektion auf. Nach dem Auftreten der ersten Anzeichen treten innerhalb weniger Tage Lähmungen und der Tod ein. Nicht selten fehlt beim Krankheitsbild der Angriffstrieb, man spricht dann von der “stillen Wut”.
Keine Therapiemöglichkeiten bei Infektion
Der Impfschutz ist schon deshalb besonders wichtig, da es im Krankheitsfall keine Therapiemöglichkeiten gibt. Innerhalb der letzten 25 Jahre haben sich in Europa über 200 Menschen mit dem Tollwutvirus infiziert. Weltweit sterben jährlich zwischen 35.000 und 50.000 Menschen. Neben allen warmblütigen Säugetieren können sich auch Vögel infizieren. Noch Infektionsanfälliger als Hunde sind Katzen. Der Haustierhalter ist gefährdet, sofern sein Tier nicht durch eine Impfung geschützt ist. Tollwut tritt nicht nur auf dem offenen Land oder in Waldgebieten auf. Wildtiere verlieren bei Infektion ihre Scheu vor Menschen und kommen gerade dann in deren Ansiedlungen. Schutz bietet alleinig die Impfung und das nicht nur für das Tier, sondern mittelbar auch auf den Menschen. Hunde und Katzen sollten daher immer gegen Tollwut geimpft werden. Wegen der Gefährlichkeit der Erkrankung hat der Gesetzgeber angeordnet, dass alle an Tollwut infizierten Tiere unverzüglich getötet werden müssen. Bei Hunden ist dies sogar schon der Fall, wenn diese nur mit Tollwut erkrankten oder Seuchen verdächtigen Tieren in Berührung gekommen sind. Bei Hunden, die nachweislich gegen Tollwut geimpft sind, besteht aber keine Tötungspflicht. Jedoch wird meist bei Kontakt nachgeimpft auch nach der Erstimmunisierung muss die Impfung regelmäßig erneuert werden. Ob beispielsweise der Hund gegen Tollwut geimpft wurde, erkennt man im Impfpass an der Impfkomponente T, welche im entsprechenden Impfstofffeld aufgeklebt wurde. Bei Mitnahme des Hundes ins Ausland ist eine gültige Tollwutimpfung Voraussetzung. In einigen Ländern wird sogar der Nachweis des Impfschutzes anhand einer Blutprobe gefordert.
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